Faultiere: Die entspanntesten Bewohner Costa Ricas

Ein belieber Besuchsort ist das Sloth Sanctuary Tucan Rescue Center

Faultiere sind die Attraktion Costa Ricas; wer hierher reist, hat in der Regel die Erwartung, die lebenslustigen und stets freundlichen Tiere mit eigenen Augen in der Natur zu sehen, und tatsächlich werden sie immer wieder gesehen. Es ist nicht schwer, sie auf einem Foto zu verewigen, denn die Faultiere haben ihren Namen nicht zufällig erhalten. Sie bewegen sich kaum, und wenn man bedenkt, dass die costa-ricanisch Bevölkerung besonders entspannt ist, geht es den Faultieren besser.


Faultiere: Eine kurze Vorstellung


Faultiere gehören zu den zahnarmen Säugetieren, welche wiederum eine Unterordnung der Nebengelenktiere sind. Es gibt nur wenige heute noch lebende Vertreter dieser Tierordnungen. Die einzigen zahnarmen Säugetiere neben Faultieren sind die Ameisenbären; zu den Nebengelenktieren gehört dann noch die Unterordnung der gepanzerten Nebengelenktiere, die heute einzig und allein durch die Gürteltiere vertreten werden. Alle drei Vertreter der Nebengelenktiere leben in den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas.

Faultiere lassen sich unterscheiden in zwei Gattungen:

Die Zweifingerfaultiere und die Dreifingerfaultiere. Berücksichtigt man bereits ausgestorbene Faultiergattungen, so sind es insgesamt über 90. Während es in Urzeiten riesige Faultiere gab, die mehrere Tonnen schwer waren, kommen heutige Faultiere auf etwa zwei bis elf Kilogramm.

Faultiere haben ein sehr markantes Aussehen. Ihre runden Gesichter mit den kleinen, weit auseinanderliegenden Augen, ihre sehr langen Vordergliedmaßen und ihre ca. zehn Zentimeter langen, gebogenen Klauen an Fingern und Zehen sind unverwechselbar. Wie ihre Namen es schon nahelegen, haben Zweifingerfaultiere nur zwei dieser auffälligen Finger, Dreifingerfaultiere hingegen drei. Die Anzahl der Zehen ist bei beiden Gattungen gleich – alle Faultiere haben drei Zehen an ihren Hintergliedmaßen.

Häufig sieht das Fell von Faultieren grün aus und diese ungewöhnliche Farbe hat einen außergewöhnlichen Grund: In den Haaren von Faultieren wachsen Algen, die eine perfekte Tarnung für die in Baumkronen lebenden Tiere darstellen.

Wie und wo leben Faultiere?

Der Lebensraum der Faultiere ist der tropische Regenwald, verbreitet sind die Tiere ausschließlich in den Wäldern Süd- und Mittelamerikas. Dort verbringen sie ihr Leben hauptsächlich in Baumkronen hängend. Diese Position verlassen sie auch zum Fortbewegen nicht, stattdessen hangeln sie sich mit dem Rücken nach unten an den Ästen der Bäume entlang. Auf den Boden kommen sie nur selten und hauptsächlich um ihr Geschäft zu verrichten – was nur etwa ein Mal in der Woche geschieht und auch eigentlich nur von Dreifingerfaultieren praktiziert wird. Zweifingerfaultiere bleiben dafür lieber im Baum hängen. Sogar die Paarung und das Gebären findet im Baum statt, und da der Scheitel des Faultierfellkleids am Bauch liegt, kann Regenwasser in ihrer hängenden Position optimal abfließen, sodass die Tiere nie lange nass sind.

Dreifingerfaultiere ernähren sich fast ausschließlich von Pflanzenkost, in der Regel von den Blättern der Bäume, auf welchen sie leben. Auch bei Zweifingerfaultieren stehen hauptsächlich Blätter auf dem Speiseplan, doch hin und wieder fressen sie auch Früchte, Insekten oder Kleintiere. Sie essen nur wenig und brauchen extrem lange, um ihre kalorienarme und faserige Nahrung zu verstoffwechseln. Das erklärt, weshalb ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet ist, Energie zu sparen und sie sich so wenig und wenn, dann meist eher langsam bewegen. An einem Tag legen sie meist kaum mehr, oft eher weniger als 100 Meter auf der Suche nach Nahrung zurück. Eine weitere Energiesparmaßnahme ihres Körpers ist ihre geringe Körpertemperatur von nur etwa 34 Grad im wachen Zustand. Im Schlaf sinkt sie noch weiter ab.

Faultiere können aus ihrer Blätterkost nicht alle wichtigen Stoffe beziehen, die ihr Körper braucht, und für dieses Problem hat sich die Natur eine sehr interessante Lösung ausgedacht: Im Fell der Faultiere leben Motten, welche Stickstoff- und Phosphorverbindungen abgeben. Diese Verbindungen sind wichtig für den Stoffwechsel der Faultiere und sie begünstigen das Algenwachstum. Da die Faultiere die Algen fressen, während sie ihr Fell pflegen, fressen sie auch die benötigen Verbindungen. Neben diesen Motten leben aber auch zahlreiche andere Insekten im Fell der Faultiere.

Faultiere sind Einzelgänger, sie kommen lediglich zur Paarung zusammen. Das Faultierbaby verbringt sein erstes Lebensjahr weitgehend auf dem Bauch seiner Mutter, dann wird es selbstständig und verlässt diese. Es wird angenommen, dass Faultiere in der freien Natur etwa 15 Jahre alt werden können, doch in einem deutschen Zoo lebt aktuell (Stand 2019) ein 50-jähriges Faultier – was aber schon sehr alt ist. Ansonsten beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung in Gefangenschaft etwa 30 Jahre.

Wer sind die Feinde des Faultiers?

Im Baum hängende Faultiere leben recht sicher, denn dank den Algen in ihrem Fell und der Tatsache, dass sie sich die meiste Zeit nicht bewegen, können sie von ihren Feinden im Baum kaum entdeckt werden. Passiert das doch, gelingt es vielen Faultieren, sich mithilfe kräftiger Hiebe ihrer bekrallten Finger zu verteidigen. Doch sobald sie ihren Baum verlassen, wird es für sie höchst gefährlich. Während der kurzen Zeit auf dem Boden wird etwa jedes zweite Tier von seinen Fressfeinden gefangen. Diese Feinde sind Schlangen, Greifvögel wie der Adler und Wildkatzen, zum Beispiel der Jaguar.

Eine starke Bedrohung des Faultiers geht auch vom Menschen aus; einerseits durch die Rodungen des Regenwaldes, hauptsächlich für die Landwirtschaft, andererseits durch die Jagd auf die Tiere. Sie werden von Menschen nicht nur gegessen, sondern auch illegal als Haustiere verkauft. Von den sechs noch lebenden Faultierarten sind aber nur zwei bedroht: Die Populationen des Kragenfaultiers weisen rückläufige Zahlen auf, und das Zwergfaultier ist sogar vom Aussterben bedroht.

Faultiere als DIE Attraktion Costa Ricas

Faultiere gibt es fast überall im zu 50 Prozent aus Waldgebieten bestehenden Costa Rica. Um sie zu entdecken, muss man nur einen Regenwald betreten und bestenfalls noch wissen, welche Bäume die Tiere favorisieren, wobei sie manchmal sogar in den Grünanlagen der Hotels hausen. Die costa-ricanischen Faultiere sind meistens Dreifingerfaultiere. Besonders verbreitet sind sie im Cahuita Nationalpark und von dort aus an der südlichen Küste des Karibischen Meeres entlang bis hin zu Manzanillo. Außerdem sind die Nationalparks Tortuguero und Caño Negro sowie das private Naturschutzgebiet Ecocentro Danaus, welches auch viel zur Bildung des Volkes in Sachen Umweltschutz beiträgt, sehr gute Anlaufstellen zur Beobachtung von Faultieren.

Sichergestellt ist die Begegnung mit Faultieren im Sloth Sanctuary of Costa Rica in Cahuita, einer Auffangstation für verletzte Tiere. Eine Führung zeigt einen Teil der Faultiere, die in der Wildnis nicht mehr überleben könnten und hier ein sicheres Zuhause bekommen haben. Auch Tiere, die nur gesund werden müssen und dann wieder ihr Leben im Regenwald fortsetzen, gibt es in diesem Sanctuary, jedoch werden diese von den Besuchern weitgehend ferngehalten. Hin und wieder steht die Einrichtung in der Kritik, weil die Faultiere in verhältnismäßig kleinen Käfigen gehalten werden, sodass die Artgerechtigkeit infrage gestellt wird, doch das private Projekt wird staatlich nicht unterstützt und hat nicht die finanziellen Mittel für bessere Unterkünfte für die verstümmelten, blinden oder aus anderen Gründen alleine nicht überlebensfähigen Faultiere. Der Eintritt in Sloth Sancturay kostet 30 Dollar und umfasst neben einer Führung durch die Auffangstation auch noch eine Kanufahrt durch einen nahgelegenen Regenwald. Ebenfalls beliebt ist das Jaguar Rescue Center .

Viele der von Bella Aventura angebotenen Tagesausflüge und natürlich auch sämtliche Erlebnisreisen und Rundreisen sind darauf ausgerichtet, auch Faultieren zu begegnen, und unsere professionellen und ortskundigen Guides können Ihnen natürlich auch alle Fragen zu den niedlichen Tieren beantworten.