Costa Rica Länderinformation


Geograpie

Costa Rica ist ein Staat in Zentralamerika der im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama grenzt. Im Osten wird Costa Rica durch den atlantischen Ozean und im Westen durch den pazifischen Ozean begrenzt.

Topographisch gesehen lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern: die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, das Zentraltal mit der Hauptstadt San José, die Tieflandebenen der Karibikküste sowie die zentrale Pazifikküste und die Halbinsel Nicoya. In Costa Rica gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane. Die am meisten besuchten sind der Vulkan Poás (2704 m), der Vulkan Arenal (1633 m) und der Vulkan Irazú (3432 m).

Der Chirripó (3820 m) ist der höchste Berg des Landes, der aber nicht vulkanischen Ursprungs ist.

Costa Rica gliedert sich in sieben Provinzen: Alajuela, Cartago, Guanacaste, Heredia, Limon, Puntarenas und San José. Die Provinzen sind wiederum in Kantone untergliedert, welche sich in eine unterschiedliche Anzahl Distrikte aufteilen.


Wirtschaft

Costa Rica ist ein stark landwirtschaftlich geprägtes Land. Obwohl Bananen, Ananas , Papaya, Melonen, Zierpflanzen und natürlich Kaffee wichtige Exportprodukte sind, stehen der High-Tech Sektor und medizinisches Equipement mit an vorderster Stelle bei den Exportgütern. Einer der wichtigen Arbeitgeber ist z.B. eine Chipfabrik der Firma Intel.

In den letzten Jahren konnten jedoch auch noch weitere Wirtschaftssektoren ausgebaut werden. Die Tourismusindustrie ist ausgesprochen wichtig für das Land, sichert sie doch die Arbeitsplätze von tausenden Costa-Ricanern und bringt bedeutende US $ Devisen-Einnahmen.


Flora und Fauna

Costa Rica ist ein Naturparadies und verfügt über eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna – fast 5 % der weltweiten Biodiversität kann in Costa Rica bewundert werden. Mehr als 25 % der Landesfläche sind als Naturschutzgebiete und Naturreservate deklariert. Damit ist Costa Rica weltweit Spitzenreiter.

Die natürlichen Vegetationszonen Costa Ricas reichen von der subalpinen Páramo-Vegetation (in der subalpinen Zone zwischen ca. 3000 m und der Baumgrenze), über Berg- und Tieflandregenwald bis hin zu Trocken- und Mangrovenwäldern. Biologen gehen von ca. 11.000 Arten von heimischen Pflanzen aus, davon allein 1.200 Orchideenarten.

Die Tierwelt Costa Ricas ist sehr artenreich. Das nationale Institut für Artenvielfalt geht von über einer Million Tierarten aus. Der Großteil davon lebt im tropischen Regenwald, dem komplexesten Ökosystem der Erde. Aufgrund der dichten Vegetation und ihrer ausgezeichneten Tarnung sind viele Tiere dort jedoch nur schwer auszumachen. Hinzu kommt, dass viele Tiere vorwiegend nachts aktiv sind und die Nähe des Menschen scheuen. Doch wer Geduld hat und die Augen aufhält, wird mit Sicherheit zahlreiche Tiere beobachten können, unter anderem Kolibris, Papageien und andere Vögel, aber auch Affen, Faultiere und Nasenbären aus der Gruppe der Säugetiere sowie verschiedene Reptilien und Amphibien - und eine enorme Vielfalt an Insekten.


Sprache

Die offizielle Landessprache ist Spanisch und wird von ca. 97 % der Bevölkerung gesprochen. An der atlantischen Küste wird die jamaikanische Form des Patois gesprochen und einige wenige indigene Gruppen sprechen noch ihre Urdialkete. Englisch wird schon ab der Grundschule unterrichtet sowie auch seit einigen Jahren verstärkt Deutsch, Französisch und Chinesisch.


Schulwesen

Die Analphabetenrate in Costa Rica beträgt etwa 3 % , und ist damit eine der niedrigsten Raten in Lateinamerika. Die kostenfreie Schulbildung ist durch die Verfassung gesichert, in beinahe jedem Dorf kann eine öffentliche Schule gefunden werden. Costa Rica verfügt über fünf öffentliche Universitäten, die Universidad de Costa Rica, die Nationaluniversität in Heredia, das Technische Institut in Cartago, die Technische Universität Costa Ricas und die Fernstudien-Universität UNED. Neben den öffentlichen Hochschulen gibt es auch noch zahlreiche private Universitäten, wobei aber traditionsgemäß der Abschluss an einer öffentlichen Hochschule ein höheres Ansehen genießt.

Geschichte

Die ältesten archäologischen Funde, die auf eine menschliche Besiedlung Costa Ricas zurückschließen lassen, werden der Zeit zwischen 12.000 und 8.000 vor Christus zugerechnet. Bis zur Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert lebten vermutlich 400.000 Menschen im heutigen Staatsgebiet.

1502 landete Christoph Kolumbus als erster Europäer an der Atlantikküste des heutigen Costa Rica, die ersten Erkundungen des Inlands fanden aber erst 1510 unter Diego de Nicuesa von der Pazifikküste aus statt. Zwischen 1519 und 1523 wurde der Großteil des heutigen Costa Ricas im Namen der spanischen Krone erobert. Die von Kolumbus vorgenommene Bezeichnung „Costa Rica“ sollte sich als fast reine Wunschvorstellung herausstellen: Das Land verfügt zwar über einige Goldvorkommen, aber mineralische Rohstoffe oder Edelmetalle findet man nur in geringem Ausmaß.

Ab 1560 wurde Costa Rica systematisch kolonisiert, 1563 wurde Cartago , die bis 1823 Hauptstadt Costa Ricas war, von den spanischen Eroberern gegründet. Im 17. Jahrhundert festigten die Spanier ihre Herrschaft über Costa Rica. Auf Grund seiner Rohstoffarmut und seiner unbedeutenden strategischen Lage, blieb Costa Rica jedoch eine nachrangige und unterentwickelte Kolonie.

Am 15. September 1821 erhielt Costa Rica die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte Costa Ricas ist, für lateinamerikanische Verhältnisse, eine Geschichte des Erfolgs. Seit Ende des 19. Jahrhundert bis zum heutigen Tage gab es dort nur zwei kurze Perioden der Gewalt, die die Demokratisierung des Landes beeinträchtigten. Von 1936 bis 1940 amtierte in Costa Rica der autoritäre Präsident León Cortés, dem Sympathien für den Nationalsozialismus nachgesagt wurden.

Unter seinem Nachfolger, Rafael Calderón Guardia, änderte Costa Rica seine Außenpolitik und orientierte sich nun stärker an den USA. Im Dezember 1941 trat Costa Rica, nach dem Angriff auf Pearl Harbour, als erstes zentralamerikanisches Land in den Zweiten Weltkrieg ein und veranlasste die verstärkte Überwachung der deutschen, italienischen und japanischen Staatsbürger im Land.

Endgültig abgeschafft wurde die Armee per Verfassung unter dem Präsident José Figueres Ferrer. Die dadurch gewonnenen Gelder wurden eingesetzt in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. 1983 verkündete Präsident Luis Alberto Monge angesichts der angespannten Situation in Lateinamerika und der Verschärfung des Bürgerkrieges vor allem in Nicaragua, die dauernde, aktive und unbewaffnete Neutralität des Landes. 1987 wurde Oscar Arias Sanchez der Friedensnobelpreis für sein Engagement für die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelamerika verliehen. In den Jahren von 2010 bis 2014 amtierte Laura Chinchilla Miranda als erste Frau als Präsidentin der Republik. Derzeit ist Luis Guillermo Solís Rivera, (ein Politologe und Historiker) von der Partei „Partido Acción Ciudadana” (PAC) im Amt.

Costa Rica ist laut Verfassung von 1949 eine präsidiale Republik, deren Präsident vom Volk für eine einmalige Amtszeit von vier Jahren gewählt wird. Dem Parlament, der Gesetzgebenden Versammlung (Asamblea Legislativa), gehören 57 Abgeordnete an, deren Wahl ebenfalls alle vier Jahre erfolgt. Die sozialdemokratische Partei der Nationalen Befreiung (PLN) stellt derzeit den Großteil der Abgeordneten, obwohl die linksliberale Partei der Bürgeraktion (PAC) den Präsidenten stellt.


Kultur

Die costa-ricanische Bevölkerung setzt sich zusammen aus ca. 94 % europäischer (spanischer) Abstammung, 3 % afrikanischer Abstammung, 1 % indigener Abstammung, 1 % Einwanderer aus China und 1 % Einwanderer aus unterschiedlichen Ländern wie Italien, Vereinigte Staaten, Deutschland, Schweiz, um nur einige zu nennen. Costa Rica hat den geringsten Anteil indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Der größte Teil der costa-ricanischen Indios lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca.

Die Costa-Ricaner mit afrikanischer Abstammung sind hauptsächlich Nachkommen der eingewanderten Arbeiter aus Jamaica, die im 19. Jahrhundert zum Bau der Eisenbahnstrecke vom Atlantik nach San José nach Costa Rica immigriert sind.

Die ersten chinesischen Einwanderer kamen mit Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts nach Costa Rica und haben sich anfangs hauptsächlich in den Hafenstädten Limon und Puntarenas angesiedelt, später jedoch auf das ganze Land verteilt.

Die Einwanderer aus Europa die im frühen 20. Jahrhundert nach Costa Rica ausgewandert sind, haben einen großen Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Situation des Landes genommen.

All diese erwähnten Einflüsse und Entwicklungsströme sind verantwortlich für die ethnische und kulturelle Vielfalt des Landes.


Religion

Die Staatsreligion ist römisch-katholisch und basiert auf der Grundlage der Verfassung von 1949. Gleichzeitig wird jedoch die Religionsfreiheit zugesichert. Somit gibt es neben Evangeliken einige weitere Religionsminderheiten, dazu zählen unter anderem die jüdische Gemeinde, Buddhisten, Zeugen Jejovas und Rastafaris.